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dem Bienenmord durch Neonicotinoide !
In den letzten Jahren häufen sich die Meldungen über dramatische Verluste bei den Honigbienen. Imker erleiden Totalverluste ihrer Bienenvölker, und der österreichische Durchschnittsverlust pendelt sich um die 30 % ein. Nun von einem Bienensterben zu sprechen, bringt die Lage nicht auf den Punkt. Man müßte viel mehr von einem Artensterben sprechen, denn nicht nur Bienen sondern auch andere Insekten, Vögel, Amphibien und Fische erleiden bedrohliche Verluste. Die Pestizidindustrie verfügt im Gegensatz zu den Imkern über weitaus höhere finanzielle Mittel und Professionalität in der Öffentlichkeitsarbeit, und so tauchen in den Medien gebetsmühlenartig unter- schwellige Anschuldigungen gegenüber der Imkerschaft auf, die die Ursache der Bienenverluste der Varroamilbe und der Zucht der Honigbiene zuschieben. Durch diese einseitige Information der Öffentlichkeit geht die Sachlichkeit im Umgang mit diesem Thema verloren, und der Bürger wird geschickt manipuliert. Die Pestizidlobby hat jahrzehntelange Erfahrung mit der Finanzierung von Gegengutachten, Unterschlagung bzw. Abwertung vorliegender, wissenschaftlicher Fakten und dem Hinauszögern politischer Entscheidungen. Weiters wird  versucht, einen Keil zwischen die Landwirte und die Imkerschaft zu treiben, damit “Grabenkämpfe” zwischen beiden Gruppen von den wirklichen Ursachen ablenken. Die Imkerei ist Teil der Landwirtschaft, und der Landwirt ist genauso Opfer von Industrie und Politik, mit dem Unterschied, dass er die kurzfristigen für ihn positiven Auswirkungen über die langfristigen und für Menschen und Natur negativen Folgen stellt.  Als kurzes Beispiel soll Biscaya, ein systemisches Pflanzenschutzmittel mit dem Neonicotinoid Thiacloprid  als Wirkstoff dienen. Auf der Homepage von Bayer wird dieses Mittel mit “Bienenungefährlichkeit (B4)” beworben. Liest man jedoch die Gebrauchsanweisung stößt man auf folgendes: Nutzorganismen  (NB6641) Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4). (NN361) Das Mittel wird als schädigend für Populationen der Art Coccinella septempunctata (Siebenpunkt-Marienkäfer) eingestuft. (NN370) Das Mittel wird als schädigend für Populationen der Art Chrysoperla carnea (Florfliege) eingestuft. (NN3842) Das Mittel wird als schädigend für Populationen der Art Aphidius rhopalosiphi (Brackwespe) eingestuft. (NN410) Das Mittel wird als schädigend für Populationen von Bestäuberinsekten eingestuft. Anwendungen des Mittels in die Blüte sollten vermieden werden oder insbesondere zum Schutz von Wildbienen in den Abendstunden erfolgen. Wasserorganismen  (NW264) Das Mittel ist giftig für Fische und Fischnährtiere. Die im Zusammenhang mit den "Festgesetzten Anwendungsgebieten" aufgeführten "Festgesetzten Anwendungsbestimmungen" und anwendungsbezogenen Anwendungsbestimmungen zum Gewässerschutz sind unbedingt einzuhalten. Als nicht bienengefährlich eingestuft (B4) wird das Mittel aber als schädigend für Populationen von Bestäuberinsekten angesehen. Was soll man davon halten ? Es ist ein Beispiel dafür wie blind und leichtgläubig unsere Institutionen bei der Zulassung von solchen PSM sind.