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dem Bienenmord durch Neonicotinoide !
Die angeblich Schuldigen:
Varroamilbe: Die Varroamilbe wird zur Bruterkrankung der Biene gezählt und wurde vor 30 Jahren durch ein Bienenforschungsinstitut nach Europa eingeschleppt. Die Imker bekämpfen diese Milbe nun schon seit mehreren Jahrzehnten und sollen laut der Pestizidindustrie in den letzten 10 Jahren die Milbenbekämpfung verlernt haben. Die Imker- schulen verbreiten ein erfolgreiches Varroabekämpfungskonzept (Drohnenbrutausschneiden, Ablegererstellung, Hauptentmilbung und Winterentmilbung durch organische Säuren), welches die Milben- population nicht den kritischen Befallswert von 10% der Bienen eines Bienenvolkes überschreitet lässt. Der Imker prüft den Varroabefall entweder durch Auszählen des natürlichen Totenfalles der Milbe über die Stockwindel oder durch die Staubzuckermethode. Es gibt Richtwerte, die den Imker über die Notwendigkeit einer Behandlung informieren, dadurch kann der Imker entsprechend der Situation reagieren. Was bewirken nun die systemische Pflanzenschutzmittel (PSM) ? Dazu muß man die Biologie der Varroamilbe kennen. Grundsätzlich gilt: die Anzahl der Milben verdoppelt sich in einem intakten Volk jedes Monat in der Brutzeit der Bienen befinden sich 80% der Milben in den verdeckelten Brutzellen vor einer Honigernte darf die Varroa auf Grund der Rückstandsgefahr im Honig nicht bekämpft werden
Weitere direkte Auswirkungen: Die Gültigkeit der Einschätzung auf Grund des Milbenabfalls geht verloren. Der Imker erkennt im Gegensatz zu nicht betroffenen Bienenständen einen zunächst geringeren Abfall,und wiegt sich in scheinbarer Sicherheit. Aufgrund des geschädigten Verhältnisses Bienen-Brutzellen, sinkt die Bruttemperatur und die Entwicklungsdauer der Bienenlarve verlängert sich, was auch zu einer erhöhten Varroavermehrung führt. Für den Imker gibt es nur mehr die Wahl zwischen wirtschaftlichem Totalausfall durch Verzicht auf die Honigernte bei sofortiger Varroabehandlung oder eine stark verringerte Honigernte mit Tod des Volkes.
Es liegt hier ein Verdrehen der Kausalität seitens der Pestizidindustrie vor (Ein Ereignis oder der Zustand A ist die Ursache für die Wirkung B, wenn B von A herbeigeführt worden ist). Der Tod eines Bienenvolkes durch die Varroamilbe ist das Symptom nicht die Ursache!
Die PSM schwächen die Volkstärke und Widerstandsfähigkeit des Bienenvolkes und bringen ein bewährtes Behandlungskonzept an Ihre Wirkungsgrenze.
Klimawandel:
Die Bienen gibt es schon seit ungefähr 90 Millionen Jahren auf der Erde. Da hat es schon viele Phasen des Klimawandels (z.B. Eiszeiten) gegeben, die die Bienen schadlos überstanden haben. Sehr oft hört man, dass durch das feuchte Wetter im Herbst die Ameisensäurebehandlung nicht gewirkt haben soll. Da muß man aber entgegnen, dass die Hauptbehandlung gegen die Varroa bis spätestens Mitte August abgeschlossen ist und ein jeder Imker in Österreich sein optimales Zeitfenster im Hochsommer für die Varroabekämpfung finden kann. Da die ersten Froste immer später im Jahreslauf auftreten, blüht die Gründüngung länger, sodass die Gefahr steigt, dass Bienen von diesen blühenden Feldern PSM eintragen bzw. sich vergiften. Diese Schwächung des Volkes ist irreversibel, da keine imkerlichen Eingriffe mehr möglich sind.
Zucht:
Es wird gerne die Schuld bei der Zucht der Biene gesucht. Man habe der Biene quasi die Widerstands- fähigkeit weggezüchtet. Inzuchtschäden gehen bei Bienen mit der Bildung von diploiden Drohnen einher, was zu einem Brutausfall von ca 25% führen würde. Kein um 25% geschwächtes Volk würde eine akzeptable Honigleistung abliefern. Viel mehr hat sich eine Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht formiert, deren Ziel die züchterische Auswahl varroatoleranter Bienen ist. Die Imker arbeiten bereits daran, auf züchterischem Weg der Varroa Einhalt zu gebieten.
Warnung:
Diese Situation führt in der Imkerei derzeit leider zu der bedenklichen Entwicklung, wo ein Volk nur mehr als Einwegartikel angesehen wird. Es werden möglichst viele Jungvölker für das nächste Jahr aufgebaut und die Wirtschaftsvölker am Saisonende über Brutscheunen zu überwinterungsfähigen Kunstschwärmen zusammengelegt.
Varroamilbe auf Biene